Queer Cities in der Überseestadt: ein Ort für alle
LebensqualitätDer Verein steht für Begegnung, gelebte Inklusion und humanitäre Hilfe
Vielfalt leben, Barrieren abbauen, Solidarität stärken – der Verein Queer Cities e. V. setzt sich mit seinen Projekten für die Rechte und die Sichtbarkeit von LGBTIQ*-Personen mit und ohne Behinderung ein. Dabei öffnet er seine Türen nicht nur für queere Menschen, sondern für alle, die sich für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft engagieren.

Queer Cities versteht sich als ein Ort, an dem sich jede und jeder willkommen fühlen soll. Der Verein will in seinen Räumen an der Konsul-Smidt-Straße 11 eine geschützte Umgebung schaffen, die ein Stück „heile Welt“ bietet – ohne Ausgrenzung, ohne Vorurteile, dafür mit gelebter Vielfalt. „Dabei geht es um mehr als nur um queere Anliegen. Auch Straight Allies, also heterosexuelle Unterstützerinnen und Unterstützer, engagieren sich bei uns aktiv”, erklärt Vorstandsmitglied Robert Dadanski. Aktuell bereiten sich die Ehrenamtlichen auf den CSD Bremen am 23. August vor. Parallel dazu entsteht auf der Website von Queer Cities ein Gay- und Queer-Guide für Veranstaltungen und Locations in der Region.

Das Team Behinderte
Ein besonderes Projekt des Vereins ist das Team Behinderte, das 2018 durch den CSD Bremen + Bremerhaven e. V. ins Leben gerufen wurde, um queere Menschen mit Behinderung besser mit einzubeziehen. Der erste Schwerpunkt lag darauf, den Bremer CSD für Menschen mit Behinderungen barriereärmer zu gestalten. Ein wichtiger Schritt war die Organisation eines Begleitbusses durch Initiator Thorsten Höller, der es Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ermöglichte, an der Demo teilzunehmen. Das Motto: „Der CSD lässt niemanden zurück!“ Das Team Behinderte arbeitet daran, Inklusion in vielen Bereichen zu fördern. Neben der gegenseitigen Unterstützung und Selbsthilfe entstehen Freundschaften, und es werden gemeinsame Fahrten zu CSDs organisiert.

Online-Shop für Pride- und Regenbogen-Artikel
„Mit PrideMerch.de bauen wir einen Online-Shop für Pride- und Regenbogenartikel auf“, sagt Marcel Woelk, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Im Shop werden allein über 35 verschiedene Pride-Flaggen, T-Shirts, AIDS-Teddys, Schlüsselanhänger und mehr angeboten. Statt eine klassische Behindertenwerkstatt zu gründen, soll ein Inklusionsunternehmen entstehen. Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind für queere Menschen mit Behinderung gedacht, stehen aber auch anderen offen. Die Einnahmen fließen in die ehrenamtliche Arbeit und in die wöchentlichen Treffen. Diese sind jeden Samstag von 11 bis 14 Uhr im Vereinsheim von Queer Cities.

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt
Auch über den Shop hinaus setzt sich Queer Cities für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein. Mit dem Projekt „Initiativbewerbung mit Team Behinderte“ (IBmTB) wurden Menschen mit Behinderung beim Wechsel aus Werkstätten für behinderte Menschen in den regulären Arbeitsmarkt begleitet. Das Projekt wurde als Machbarkeitsstudie getestet, pausiert jedoch derzeit, da die Förderung im Dezember 2024 ausgelaufen ist.

LGBTIQ*-Städtepartnerschaften
Der Verein engagiert sich auch auf internationaler Ebene. Die Initiative „LGBTIQ* Städtepartnerschaften“ begann 2017 mit ersten Kontakten zum Verein Tolerado, der den CSD in Danzig organisiert. Damals stand die LGBTIQ*-Community in Polen unter starkem gesellschaftlichen Druck, und Queer Cities wollte helfen. 2018 folgte die erste große Veranstaltung in der Bremischen Bürgerschaft. Seitdem hat sich das Netzwerk kontinuierlich erweitert. Heute bestehen zudem Partnerschaften mit Stettin und Izmir. Ziel ist es, den Austausch zwischen Regenbogenorganisationen zu fördern und durch gemeinsame Projekte mehr Toleranz und Verständnis zu schaffen.

Humanitäre Hilfe: Spenden für die Ukraine
Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im März 2022 betreibt der gemeinnützige Verein Queer Cities eine Spendenstation für Geflüchtete. Zunächst wurden Sachspenden nicht nur an die Ukraine, sondern auch an Geflüchtete in Polen und Bremen verteilt. Mittlerweile konzentriert sich die Unterstützung vollständig auf die Ukraine, da die Versorgungslage in Polen Robert Dadanski zufolge stabilisiert werden konnte.
Die Annahme von Sachspenden findet mittwochs von 16 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr statt. Der Fokus liegt auf haltbaren Lebensmitteln sowie medizinischen und orthopädischen Hilfsmitteln. Im Sommer 2024 ist die Spendenstation umgezogen. Zuvor war sie in der ehemaligen Metingo-Halle an der Cuxhavener Straße 11 angesiedelt; nun befindet sie sich direkt am neuen Standort von Queer Cities an der Konsul-Smidt-Straße 11.

Inklusive Tagungsräume in der Überseestadt
Ein weiteres Projekt von Queer Cities sind barrierearme Tagungsräume in der Überseestadt. Sie stehen Unternehmen und Organisationen für Seminare, Workshops und Events zur Verfügung und bieten einen Rahmen für inklusive Veranstaltungen. Auch hier soll Diversität in Zukunft nicht nur thematisiert, sondern aktiv gelebt werden – etwa in Form von Diversity Management für Unternehmen, Behörden und Einrichtungen und weiteren Bildungsangeboten.
Erfolgsgeschichten
Das Unternehmen LITE Games bringt Klassiker wie Rommé als moderne Mobile Games zurück – mit frischem Design und smarten Features. Geschäftsführer Michael Becker setzt dabei auf zukunftsweisende Technologien und die kreative Kraft Bremens. Bei der Ansiedlung in der Überseestadt unterstützte die Wirtschaftsförderung Bremen.
Mehr erfahren auf der WFB-WebsiteDie WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH koordiniert den Ausbau von drei Straßen in der Überseestadt: Ab Montag, 17. März, beginnen die Arbeiten an den Stichstraßen Grete-Henry-Straße und Marie-Hackfeld-Straße. Von Mitte April bis Mitte Juni erfolgt der Endausbau der Jean-Monnet-Straße.
Mehr erfahren auf der WFB-WebsiteMit der Inbetriebnahme eines neuen Großumschlaggeräts setzt das Braker Familienunternehmen mit Zweitstandort in Bremen auch künftig auf die Getreideverkehrsanlage. Diese hatte J. MÜLLER im Jahr 2016 in der Überseestadt erworben.
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